Eine lange Keywordliste ist noch kein guter Marketingplan. Wenn zwischen euren Suchbegriffen Jobangebote, kostenlose Vorlagen und Anbietersuchen durcheinanderstehen, sagt die Gesamtsumme der Suchanfragen wenig darüber aus, wen ihr erreichen könnt.

Eine brauchbare Keyword-Analyse beantwortet drei Fragen: Was möchte die suchende Person erledigen? Könnt ihr dabei sinnvoll helfen? Und welche eurer Seiten liefert dafür die passende Antwort? Erst danach lohnt sich der Blick auf das Suchvolumen.

Ich würde mit einer überschaubaren Auswahl beginnen, bei der ihr jede Zuordnung begründen könnt. Damit lässt sich arbeiten: beim Aufbau eurer Leistungsseiten, beim Planen eines Blogs und bei Suchanzeigen.

1. Startet mit Kundenfragen und eurem Angebot

Schreibt zunächst auf, was ihr konkret verkauft und für wen. „Beratung“ ist zu allgemein. „Einführung einer Einsatzplanung für kleine Serviceteams“ beschreibt bereits Leistung und Kontext.

Sammelt anschließend Formulierungen aus vorhandenen Anfragen, Gesprächen und Rückfragen. Achtet auf drei Ebenen: das Problem, die gesuchte Lösung und die Auswahl eines Anbieters. Jemand kann nach „Termine im Außendienst koordinieren“ suchen, bevor die Person überhaupt einen bestimmten Softwarebegriff verwendet.

Ergänzt relevante Rahmenbedingungen wie Branche, Region oder vorhandene Systeme. Nutzt sie nur, wenn sie für euer Angebot tatsächlich eine Rolle spielen. Ortsnamen ohne lokalen Leistungsbezug oder Softwarebegriffe ohne entsprechende Kompetenz machen eine Liste länger, aber nicht passender.

Wenn eure Website bereits Suchzugriffe erhält, liefert die Google Search Console zusätzliche Hinweise. Im Leistungsbericht seht ihr unter anderem Suchanfragen, über die eure Website eingeblendet oder angeklickt wurde. Das beschreibt die bisherige Sichtbarkeit eurer Website, nicht den gesamten Markt. Google: Leistungsbericht für Suchergebnisse

2. Ordnet die Suchabsicht ein

Suchintention meint die Aufgabe hinter einer Suchanfrage. Für die praktische Planung sind vier Gruppen hilfreich:

  • Information: Die Person möchte etwas verstehen oder selbst lösen, etwa „Wie funktioniert Einsatzplanung?“
  • Vergleich: Sie prüft Lösungswege, etwa „Einsatzplanung Software oder Excel“.
  • Anbieter oder Abschluss: Sie sucht ein konkretes Angebot, etwa „Einsatzplanung Beratung buchen“.
  • Navigation: Sie möchte eine bekannte Marke oder Seite erreichen, etwa einen bestimmten Anbieter mit dem Zusatz „Login“.

Diese Einteilung ist eine Arbeitshilfe, keine sichere Aussage über jede einzelne Person. Ein allgemeiner Begriff kann mehrere Absichten enthalten. Auch eine informationsorientierte Anfrage kann später zu einem Auftrag führen. Sie verlangt zunächst eine hilfreiche Antwort auf die Informationsfrage.

Schaut euch die tatsächlichen Suchergebnisse an

Prüft eure wichtigsten Begriffe im vorgesehenen Markt und dokumentiert Datum und Rahmenbedingungen. Welche Seitentypen werden gezeigt: Ratgeber, Produktseiten, Verzeichnisse, lokale Anbieter oder Stellenangebote? Welche Fragen beantworten sie?

Die Suchergebnisse helfen euch, eure erste Interpretation zu prüfen. Sie sind eine Momentaufnahme und kein Beweis dafür, dass ihr denselben Seitenaufbau kopieren müsst. Ein sinnvoller eigener Beitrag sollte die Suchaufgabe vollständig beantworten und fachlich zu euch passen.

3. Lest Suchvolumen mit dem richtigen Maßstab

Der Google Keyword-Planer kann Suchideen und Schätzwerte liefern. Seine durchschnittlichen monatlichen Suchanfragen beziehen sich auf einen Begriff und ähnliche Varianten, den gewählten Zeitraum sowie Standort- und Suchnetzwerkeinstellungen. Die Wettbewerbsspalte beschreibt den Anzeigenwettbewerb. Sie ist keine Bewertung der organischen SEO-Schwierigkeit. Google Ads: Historische Keyword-Messwerte

Notiert deshalb die Einstellungen zusammen mit eurem Export. Ohne sie könnt ihr Zahlen später leicht falsch vergleichen. Addiert ähnliche Varianten nicht ungeprüft zu einem vermeintlich riesigen Nachfragepotenzial.

Vor allem: Suchvolumen ist weder Website-Traffic noch eine Anzahl kaufbereiter Unternehmen. Ob aus einer Suche ein Besuch und daraus eine passende Anfrage entsteht, hängt unter anderem von Suchabsicht, Sichtbarkeit, Angebot und Zielseite ab.

Ein enger Begriff kann trotz geringerer Nachfrage geschäftlich sinnvoll sein. Umgekehrt kann ein häufig gesuchtes Thema geeignet sein, wenn ihr die dahinterliegende Frage fundiert beantworten könnt und ein nachvollziehbarer Bezug zu eurem Angebot besteht.

4. Ein fiktives Beispiel: Eine kleine CRM-Beratung

Nehmen wir eine ausdrücklich erfundene Beratung, die ein bestimmtes CRM in kleinen Vertriebsteams einrichtet. Sie verkauft keine Softwarelizenzen und bietet keine kostenlosen Schulungen an. Die folgenden Begriffe sind ein redaktionelles Beispiel; es handelt sich weder um eine reale Kundenrecherche noch um verifizierte Suchvolumina.

Beispiel-Suchbegriff Wahrscheinliche Aufgabe Sinnvolle Einordnung
CRM Orientierung, Definition oder Lösungssuche Für eine erste Seitenentscheidung zu ungenau
CRM für kleine Vertriebsteams Lösungen beurteilen Vergleich oder Entscheidungshilfe
CRM Einführung Beratung Unterstützung finden Leistungsseite, wenn diese Leistung angeboten wird
CRM Datenimport vorbereiten Eine konkrete Aufgabe lösen Hilfreicher Ratgeber mit Vorbereitungscheck
CRM kostenlos Kostenlose Lösung finden Für dieses bezahlte Beratungsangebot zunächst nachrangig
CRM Berater Jobs Eine Stelle finden Kein Akquisethema für die beschriebene Leistung
Anbietername Login Zu einem bestehenden Konto gelangen Navigation, gewöhnlich unpassend zur Beratungsakquise

Die engere Anbietersuche passt in diesem Beispiel näher an die verkaufte Leistung. Deshalb könnte sie vor einem allgemeinen CRM-Ratgeber priorisiert werden, auch wenn eine spätere Recherche für den breiteren Begriff mehr Suchvolumen zeigt. Das ist eine Entscheidung anhand der Angebotsnähe, kein Versprechen höherer Abschlussraten.

Gratis- und Markenbegriffe sind dabei nicht grundsätzlich wertlos. Entscheidend ist der Kontext. Ein kostenloses Produkt kann eine passende Zielgruppe haben; eine Markensuche mit „Einrichtung Hilfe“ kann echten Beratungsbedarf ausdrücken. Bewertet immer die vollständige Suchanfrage.

5. Gebt jeder Suchaufgabe ein passendes Zuhause

Ein Blogartikel erklärt einen Zusammenhang, hilft bei einer Entscheidung oder führt durch eine Aufgabe. Eine Leistungsseite beschreibt, was ihr anbietet, für wen es passt, wie die Zusammenarbeit abläuft und wie eine Anfrage möglich ist.

Wenn jemand nach einer beauftragbaren Leistung sucht, sollte die Person nicht erst einen langen Grundlagenartikel durchgehen müssen. Wer eine Anleitung sucht, braucht ausreichend konkrete Hilfe und nicht nur einen Terminbutton.

Fasst Begriffe zusammen, die dieselbe Aufgabe beschreiben. „CRM Einführung Beratung“ und „Beratung zur CRM Einführung“ brauchen nicht automatisch zwei unterschiedliche Seiten. Prüft zunächst, ob eine Seite beide Erwartungen sinnvoll erfüllt.

Euer Themenplan benötigt deshalb pro Gruppe ein Hauptthema, die Suchaufgabe, den passenden Seitentyp und eine vorgesehene URL. Haltet auch fest, ob bereits eine geeignete Seite existiert. Sie zu verbessern kann sinnvoller sein, als einen fast identischen neuen Artikel zu schreiben.

6. Priorisiert nach einer nachvollziehbaren Reihenfolge

Für kleine Teams empfehle ich diese Fragen:

  1. Passt die Suchaufgabe unmittelbar zu unserem Angebot oder zu einer wichtigen Entscheidung davor?
  2. Können wir eine fundierte, konkrete Antwort liefern?
  3. Haben wir eine passende Seite oder können wir sie mit vertretbarem Aufwand erstellen?
  4. Welcher sinnvolle nächste Schritt ergibt sich für die Besucher:innen?
  5. Wie groß und verlässlich ist die erkennbare Nachfrage?

Haltet die Begründung in einem Satz fest. Beispielsweise: „Zuerst die Leistungsseite zur CRM-Einführung, weil wir diese Unterstützung verkaufen und die vorhandene Seite den Ablauf noch nicht erklärt.“ Das ist für die Umsetzung hilfreicher als eine Priorität, die ausschließlich aus einer Toolzahl entsteht.

Bei Suchanzeigen kommt eine zusätzliche Entscheidung hinzu: Für welche Suchaufgaben wollt ihr tatsächlich Budget einsetzen? Eine gute redaktionelle Idee muss nicht zugleich ein sinnvoller Anzeigenbegriff sein. Die spätere Prüfung tatsächlicher Suchanfragen gehört zur Kampagnenarbeit.

7. Verwendet Keywords so, dass der Text verständlich bleibt

Das Hauptthema sollte in Titel, Hauptüberschrift und Inhalt klar erkennbar sein. Verwendet die Sprache eurer Zielgruppe und beantwortet zusammengehörige Fragen in sinnvollen Abschnitten. Google empfiehlt ebenfalls hilfreiche Inhalte und Begriffe, die Menschen für die Suche nach diesen Inhalten verwenden. Google Search Essentials

Ihr braucht keine künstliche Wiederholung derselben Wortfolge. Wenn ein Satz nur wegen eines Keywords unnatürlich klingt, formuliert ihn neu. Auch bei längeren, spezifischen Suchphrasen zählt die Aufgabe dahinter; viele Wörter allein machen eine Anfrage nicht automatisch kaufnah.

Was ihr nach der Veröffentlichung prüft

Schaut in der Search Console, für welche Suchanfragen die Seite sichtbar wird und ob diese zum geplanten Thema passen. Ergänzt Rückmeldungen aus tatsächlichen Anfragen: Haben Interessierte verstanden, was ihr anbietet? Welche Fragen bleiben offen? Welche Anfragen passen nicht?

Überarbeitet zunächst klare Lücken. Einzelne Klicks oder eine kurze schwache Phase reichen nicht aus, um das gesamte Thema abzuschreiben. Eure Keyword-Analyse bleibt eine Arbeitsgrundlage, die sich mit besseren Informationen weiterentwickelt.

Ihr habt Suchbegriffe gesammelt, aber die Verbindung zu Angebot, Anzeigen und Zielseite fehlt? In einem kostenlosen, unverbindlichen Kennenlern-Call buchen können wir klären, wie daraus ein umsetzbarer nächster Schritt wird.