Ihr habt Themen recherchiert, Texte vorbereitet und Bilder ausgesucht. Bevor ihr die nächsten Beiträge veröffentlicht, lohnt sich ein Blick auf die Grundlage: Kann Google die wichtigen Seiten aufrufen? Versteht man auf dem Smartphone, worum es geht? Finden Besucher:innen vom Artikel zum passenden Angebot?
Wer WordPress-SEO optimieren möchte, braucht dafür zuerst eine sinnvolle Reihenfolge. Prüft die Erreichbarkeit, dann Inhalt und Struktur, anschließend die Nutzbarkeit. Ein neuer Artikel löst keine versehentliche Indexierungssperre und keine Navigation, in der die wichtigste Leistung kaum auffindbar ist.
Für ein kleines Team würde ich mit wenigen repräsentativen Seiten beginnen: Startseite, wichtigste Leistungsseite, Blogübersicht und ein einzelner Beitrag. So erkennt ihr auch Probleme, die durch ein gemeinsam verwendetes Template entstehen.
1. Prüft, ob eure wichtigen Seiten indexierbar sind
Indexierung bedeutet, dass eine Suchmaschine eine Seite in ihren Suchindex aufnimmt. Technische Zugänglichkeit ist dafür eine Voraussetzung, aber keine Garantie für die Aufnahme oder eine bestimmte Position. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass auch erfüllte Anforderungen keine Indexierung garantieren. Google Search Essentials
Die WordPress-Einstellung zur Sichtbarkeit
Kontrolliert unter Einstellungen → Lesen die Option zur Sichtbarkeit für Suchmaschinen. Auf einer öffentlichen Website, deren Inhalte gefunden werden sollen, darf die Einstellung zum Abhalten von Suchmaschinen nicht versehentlich aktiviert sein. WordPress dokumentiert, dass diese Option eine entsprechende Indexierungsanweisung ausgibt; sie schützt die Website nicht vor dem Zugriff normaler Besucher:innen. WordPress: Einstellungen zum Lesen
Prüft anschließend einzelne Seiten. Je nach Installation können zusätzliche Einstellungen oder Erweiterungen deren Indexierung beeinflussen. Die globale WordPress-Einstellung allein ist deshalb noch keine vollständige Prüfung.
Nutzt die URL-Prüfung der Search Console
Gebt die betreffende Adresse in die URL-Prüfung der Google Search Console ein. Dort könnt ihr den bekannten Indexierungsstand und weitere Angaben zur URL prüfen. Ein Live-Test untersucht die aktuelle Abrufbarkeit. Er ist von den gespeicherten Informationen zur indexierten Version zu unterscheiden und garantiert ebenfalls keine spätere Aufnahme. Google: URL-Prüftool
Wenn eine wichtige Seite nicht indexiert ist, schaut zuerst auf den genannten Grund. Eine bewusst ausgeschlossene Seite muss nicht „repariert“ werden. Bei einer versehentlichen Sperre braucht es dagegen eine gezielte Korrektur.
Verwechselt dabei noindex und robots.txt nicht: noindex weist Google an, eine erreichbare Seite nicht zu indexieren. Eine Sperre in der robots.txt betrifft das Crawling. Sie kann verhindern, dass Google die noindex-Anweisung überhaupt liest. Ändert diese Regeln deshalb mit klarem Ziel. Google: Indexierung mit noindex steuern
2. Gebt jeder Seite eine klare Aufgabe
Technik hilft wenig, wenn mehrere Seiten dieselbe unklare Botschaft wiederholen. Haltet für jede wichtige Seite in einem Satz fest, welche Frage sie beantwortet.
Eine Leistungsseite erklärt beispielsweise, welche Unterstützung beauftragt werden kann, für wen sie passt und wie eine Anfrage funktioniert. Ein Blogartikel beantwortet eine konkrete Informations- oder Entscheidungsfrage. Die Blogübersicht führt zu diesen Themen.
Prüft danach die Überschriften. Die Hauptüberschrift sollte das Thema klar benennen. Unterüberschriften strukturieren die Fragen, die der Text beantwortet. Verwendet die Überschriftenebenen für diese inhaltliche Ordnung, statt sie nur nach der gewünschten Schriftgröße auszuwählen.
Kontrolliert bei einem Elementor-Aufbau auch das Ergebnis auf der veröffentlichten Seite. Ein Seitentitel aus dem Template und ein zusätzlich eingefügter Titel können unnötige Dopplungen erzeugen. Entscheidend ist, dass die Hauptüberschrift klar erkennbar bleibt.
3. Schreibt aussagekräftige Seitentitel und Beschreibungen
Der Seitentitel für Suchmaschinen ist nicht automatisch identisch mit der sichtbaren Hauptüberschrift. Beide sollten dieselbe Seite treffend beschreiben. Ein Titel wie „Leistungen“ lässt offen, was angeboten wird. „CRM-Einrichtung für kleine Vertriebsteams“ wäre für ein entsprechendes Angebot konkreter.
Formuliert individuelle, verständliche Titel und vermeidet wiederholte Keywordlisten. Google kann den angezeigten Titellink aus verschiedenen Signalen erzeugen und muss euren hinterlegten Titel nicht unverändert übernehmen. Google: Titellinks gestalten
Die Meta-Beschreibung fasst zusammen, was Leser:innen auf der Seite erwartet. Nennt Inhalt und Nutzen, ohne ein Ergebnis zu versprechen, das der Text nicht liefert. Auch diese Beschreibung wird nicht immer angezeigt: Google erstellt Suchergebnis-Snippets häufig aus dem Seiteninhalt und kann dafür je nach Suchanfrage unterschiedliche Textstellen verwenden. Google: Suchergebnis-Snippets
Eine Vorschau hilft bei der Redaktion. Sie ist keine verbindliche Darstellung aller späteren Suchergebnisse.
4. Verbindet Artikel, Übersicht und Angebot
Ein veröffentlichter Beitrag sollte über eure Website erreichbar sein. Prüft, ob er in der Blogübersicht erscheint und aus passenden bestehenden Inhalten verlinkt werden kann. Ergänzt im Beitrag weiterführende Links dort, wo sie die nächste Frage beantworten.
Verwendet beschreibende Linktexte. „Checkliste zur Vorbereitung einer CRM-Einführung“ erklärt das Ziel besser als ein isoliertes „hier“. Google empfiehlt crawlbare Links und verständliche Ankertexte; wichtige Seiten sollten mindestens von einer anderen Seite eurer Website verlinkt sein. Google: Link-Best-Practices
Kontrolliert die Links anschließend im Browser. Stimmen die Zielseiten noch? Landet ihr auf dem gewünschten Inhalt? Ein redaktionell passender Link hilft wenig, wenn er auf eine gelöschte Seite führt.
Bei neuen Beiträgen entscheidet ihr euch für einen kurzen, verständlichen URL-Slug. Bestehende Adressen solltet ihr nicht nur für ein zusätzliches Keyword beiläufig ändern; eine URL-Änderung ist ein eigener Arbeitsschritt, bei dem auch vorhandene Links und Weiterleitungen berücksichtigt werden müssen.
5. Testet die mobile Nutzung am echten Gerät
Die Vorschau im Editor ist hilfreich. Öffnet wichtige Seiten zusätzlich auf einem Smartphone und führt typische Schritte aus: Text lesen, Menü öffnen, Links auswählen und ein Formular prüfen.
Sind Zeilen gut lesbar? Verdeckt ein Element wichtige Inhalte? Lässt sich eine Tabelle bedienen? Sind Buttons eindeutig beschriftet? Prüft vor allem gemeinsame Vorlagen, weil eine Korrektur dort mehrere Seiten verbessern kann.
Für die technische Einordnung könnt ihr PageSpeed Insights verwenden. Der Bericht unterscheidet zwischen Felddaten aus tatsächlicher Nutzung, sofern genügend Daten verfügbar sind, und Messungen unter Laborbedingungen. Fehlende Felddaten sind deshalb nicht automatisch ein Zeichen guter oder schlechter Qualität. Google: PageSpeed Insights verstehen
Die Core Web Vitals betrachten Ladeleistung, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität mit den Kennzahlen LCP, INP und CLS. Nutzt auffällige Werte, um konkrete Probleme zu suchen, etwa einen verspätet erscheinenden Hauptinhalt oder springende Elemente. Google: Core Web Vitals
6. Passt Bilder an ihren tatsächlichen Zweck an
Prüft besonders große Bilder und den ersten sichtbaren Seitenbereich. Wird eine sehr große Datei geladen, obwohl sie nur klein dargestellt wird? Ist die Komprimierung sinnvoll, ohne dass wichtige Details unlesbar werden? Lasst unnötige Dekoration weg, wenn sie weder Inhalt noch Orientierung verbessert.
Ergänzt bei inhaltlich relevanten Bildern einen passenden Alternativtext. Beschreibt das, was für das Verständnis wichtig ist. Eine Liste mit Suchbegriffen ist keine Bildbeschreibung. Google nennt aussagekräftige Alternativtexte und eine angemessene Bildoptimierung als Bestandteile guter Bild-SEO. Google: Bilder für die Suche optimieren
Bei Screenshots bedeutet das auch: Wählt einen Ausschnitt, in dem die entscheidende Information erkennbar ist. Eine komplette Bildschirmansicht mit winziger Schrift hilft auf dem Smartphone kaum.
7. Kontrolliert eure Sitemap
Eine Sitemap nennt Suchmaschinen relevante URLs. Prüft, welche Sitemap eure WordPress-Installation bereitstellt und ob die vorgesehenen öffentlichen Artikel darin auftauchen. Je nach Einrichtung wird sie durch WordPress oder eine Erweiterung verwaltet.
Kontrolliert ihre Erreichbarkeit und den Status in der Search Console, wenn ihr sie dort eingereicht habt. Eine Sitemap unterstützt die Entdeckung von URLs, ersetzt aber weder interne Links noch garantiert sie Crawling oder Indexierung. Google: Sitemaps verstehen
In welcher Reihenfolge solltet ihr vorgehen?
| Priorität | Zuerst prüfen | Greifbares Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Erreichbarkeit und unbeabsichtigte Indexierungssperren | Wichtige öffentliche Seiten sind technisch zugänglich |
| 2 | Seitenaufgabe, Hauptüberschrift und Titel | Inhalt und erwarteter Nutzen sind klar |
| 3 | Navigation und interne Links | Artikel und Angebote lassen sich sinnvoll finden |
| 4 | Mobile Nutzung, auffällige Ladeprobleme und Bilder | Wichtige Aufgaben funktionieren auf kleinen Geräten |
| 5 | Sitemap und erneute Prüfung nach Korrekturen | Änderungen und verbleibende Probleme sind dokumentiert |
Legt für jedes Problem eine verantwortliche Person und einen nächsten Schritt fest. Ihr müsst nicht vor jedem neuen Artikel die gesamte Website umbauen. Wiederkehrende Fehler in Vorlagen und klare Sperren sollten aber zuerst geklärt werden.
Wenn ihr euer Angebot in einer verständlichen Landingpage innerhalb eurer bestehenden WordPress-Website umsetzen möchtet, können wir im kostenlosen, unverbindlichen Kennenlern-Call buchen besprechen, welche Inhalte und Schritte dafür fehlen.